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Rasseportrait



+++ Herkunft & Legenden +++ Zuchtgeschichte +++ Die Diskussion um die Nase +++ Farbvarianten +++
+++ Aussehen, Rassestandard & Züchtungen +++ Perserrassen +++ Charaker & Verhalten +++ Wissenswertes & Trevia +++
 
Perserkatzen sind Langhaarkatzen, die sowohl langes Deckhaar und lange Unterwolle haben und ein ruhiges Wesen besitzen. Je nach Zucht haben die Perserkatzen unterschiedlich kurze Nasen.    
   
Herkunft & Legenden:  
   
Mit zu den ältesten und beliebtesten Katzenrassen zählt die Perserkatze. Der genauer Ursprung der Perskatze als Rasse ist bis heute nicht vollkommen geklärt, möglicherweise stammt sie von den Angorakatzen aus der Türkei ab, bei den anderen langhaarigen Rassen aus dem damaligen Persien (heutiger Iran) wurden sie eingekreuzt. Hauptaugenmerk galt hierbei dem gleichmäßigem und dichtem Fell mit einheitlicher Farbe. Es heißt, die Perserkatze sei im siebzehnten Jahrhundert erstmals in Europa aufgetaucht, als der italienischer Forscher Pietro della Valle im persischen Chorassan die ersten blauen Langhaarkatzen entdeckt und mit in seine Heimat gebracht hat. Erste Aufzeichnungen über die Perserkatze sind aus dem Jahr 1620 bekannt. Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Perserkatze in Europa bzw.in England bekannt.
Es steht fest, dass die ursprünglichen Perser nicht mit heutigen zu vergleichen sind – durch die Entwicklung in der Zuchtgeschichte veränderte sich diese Katzenrasse sehr.
     
Zuchtgeschichte:    
     
Besonders im 20. Jahrhundert wurden die Perserkatzen über die Jahre insgesamt kleiner, kürzer, der Kopf runder und flacher, die Nasen kürzer. Das Fell wurde länger und dichter mit mehr Unterwolle.
     
Die Diskussion um die Nase:    
     
Bei der Perserkatze unterscheidet man zwischen zwei Standards: der amerikanische Typ und der europäischen Typ. Insbesondere in den Massenzuchten um 1970 in den USA kam es zu nicht gewünschten Veränderungen, welche durch den Import auch nach Europa gelangten. Der europäische Typ ist die sogenannte "alte Linie", wie sie vor den 70-er Jahren in Europa gezüchtet wurde.
     
 
Foto: Amerikanischer Typ
 
  Foto: Europäischer Typ

Die Perser nach amerikanischem Standard hat eine flache und hoch angesetzte Nase mit einem starkem Stopp. Der gültige Perser Standard für Perserkatzen schreibt nun einmal eine kurze und breite Nase mit einem deutlichen Stop vor. Die Ohren sind klein und weit auseinander gesetzt. Diese Proportionierung bewirkt das sogenannte Puppengesicht, das ganz typisch für diesen Standard ist. Beim europäischem Standard hingegen sind die Ohren etwas größer; die Nase ist gut ausgebildet, sitzt tiefer, sollte jedoch nicht länger als 1,5 cm sein.

Aus medizinischer Sicht ist der Stop manchmal jedoch problematisch. Jeder der sich mit Perserkatzen etwas auskennt, hat schon vom Problem mit den tränenden Augen gehört. Es ist aber nicht grundsätzlich so, dass nur die Perserkatzen des amerikanischen Typs dieses Problem haben. Dennoch kann ein stark ausgeprägter Knick zwischen Nase und Stirn bei mangelnder Selektion beim Züchten zu einer Verengung des Tränen-Nasen-Kanals führen. An den Augenwinkeln auslaufende Tränenflüssigkeit hinterlässt dunkle Verkrustungen. Diese sind für die Katze sehr lästig und erschwert die Pflege der Katze, es kann aber auch zu dauerhaften Verfärbungen im Fell kommen. Dies ist sicherlich erst einmal nur für das Zuchtergebnis schlecht, es gibt auch Fälle, bei denen die Verengung der Tränenkanäle zu Atmungsproblemen führen kann. Dies ist bei sogenannten Extremzuchten oft der Fall. In Deutschland wurden diese Extremzuchten glücklicherweise aber verboten.

Inzwischen gibt es immer mehr Perserzüchter, die sich wieder auf den alten Standard besinnen und typvolle, kerngesunde Perser mit gut ausgeprägter Nase züchten. Welche nun von den beiden Perserarten die Schönste ist, das ist wie bei vielen anderen Dingen, reine Geschmacksache. Jedoch ist es sehr schwierig Perser mit Nase zu züchten, die den restlichen Rassenstandard der Rasse entsprechen. Viele Perser mit Nase haben dann zu große Ohren oder auch die großen Kulleraugen fehlen. Wir persönlich denken jedoch, dass Katzen (auch Rassekatzen) nicht nur für irgendwelche Rassestandards gezüchtet werden sollten. Die Gesundheit der Tiere sollte bei der Auswahl solcher Standards eigentlich immer im Vordergrund stehen. Somit wird diese Diskussion wohl noch lange keine Ende finden.

 
Farb-Varianten:    
     

Eine Farbvariante der Perserkatze ist die Colourpoint (auch als Maskenperser oder im englischsprachigen Raum als Himalayan bezeichnet).  In einigen Verbänden ist diese Perserfarbe als eigene Rasse anerkannt. Dieser Farbschlag bzw. Rasse entstand durch die Kreuzung von Siam- und Perserkatzen und ist vom Aussehen her ein Perser, der die Point-Zeichung der Siamkatzen trägt.

Auch wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts die  Exotic Shorthair (siehe rechtes Bild) gezüchtet und anerkannt.  Sie ist  mehr oder weniger eine Kurzhaarversion der Perser.

 
     
Aussehen, Rassestandard & Züchtung:    
     

Perserkatzen zeichnen sich durch einen gedrungenen Körperbau aus, der Kopf ist rundlich und massiv mit breitem Schädel. Die Nase ist kurz und besitzt den charakteristischen Stop (ein Knick am Nasenansatz). Der Stop muss genau zwischen den Augen liegen. Die Pfoten sind breit, rundlich, kurz und kräftig. Die Ohren sind klein und leicht gerundet und weisen charakteristische Haarbüschel auf. Sie sollten weit auseinander liegen. Die Augen sind groß und rund. Der Schwanz sollte kurz und buschig sein.

Das Fell ist immer lang und sehr dicht und sollte eine lange, feine Unterwolle aufweisen. Die Textur sollte dabei nicht wollig sein. Am Hals zeigt sich eine volle Halskrause um Schultern und Brust. Das lange Fell erfordert einen sehr hohen Pflegeaufwand, der bei der Anschaffung einer Perserkatze stets bedacht werden sollte. Das Fell muss täglich gebürstet werden und sollte, um es glänzend zu erhalten, auch gepudert werden. Zudem sollte man das Tier gelegentlich baden. Perserkatzen, die für Ausstellungen bestimmt sind, sollten sich nicht im Garten aufhalten, da in diesem Fall das Fell nicht nur äußerst schwierig zu reinigen ist, sondern auch durch Sonneneinsstrahlung ausbleichen kann.

Perser und Exotic Shorthairs haben einen gemeinsamen Standard. Unterschiede weisen sie nur in Felllänge, -textur und in der -farbe auf.

 
Perser-Standard analog FIFé (PER)
   
Allgemein: Größe: mittel bis groß

Kopf:

Kopfform: rund und massiv, gut ausgewogen, sehr breiter Schädel, gerundete Stirn, volle Wangen.

Nase: Kurze, breite Nase mit einem eindeutigen Stopp, wobei es keine Stupsnase sein darf. Der Nasenstopp soll zwischen den Augen liegen, weder über dem oberen Augenlid noch unter dem unteren Augenlid. Die Nasenbrücke und das Nasenleder muss breit sein. Die Nasenlöcher sollen gut geöffnet sein, so dass die Katze einfach und frei atmen kann

Kinn: Starkes Kinn, breite und kraftvoll

Ausdruck: offen

Ohren:

Ohrform: klein mit gerundeter Spitze, mit Fellbüschelchen an der Spitze.

Platzierung: sehr weit auseinander und ziemlich niedrig auf dem Kopf.

Augen:

Augenform: groß, rund und offen. Sie sitzen weit auseinander.

Augenfarbe: Die Farbe der Augen sollte brillant und ausdrucksstark sein, wie bei der entsprechenden

Hals: Kurz und stark

Körper: Stämmig und sitzt niedrig auf den Beinen, breite Brust; massive Schultern und Rücken, gut bemuskelt.

Beine:

Die Beine sind kurz, dick und stark

Pfoten: groß und rund, fest; Fellbüschel zwischen den Zehen werden bevorzugt.

Schanz: Kurz, aber in einem guten Verhältnis zur Länge des Körpers, und buschig, mit leicht abgerundeter Spitze.

Fellstruktur: Lang und dicht, feine und seidige Textur (nicht wollig); eine vollständige Halskrause bedeckt Schultern und Brust.

Fellfarben: siehe weiter unten ...

Perserrassen:    
     

Perser Schwarz

  Perser Rot

Fell: schwarz
Augen: orange, glänzender Kupferton
Temperament: ruhig, anhänglich

Der schwarze Perser zählt neben dem weißen Perser zum ältesten Farbschlag der Rasse. Die erste schwarze Perserkatze wurde 1871 auf einer Londoner Katzenausstellung vorgestellt. Dabei ist die rein schwarze Fellfarbe sehr schwierig zu züchten, da häufig Nuancen von Rost- oder Rauchtönen auftreten. Daher gilt eine einheitlich schwarze Katze als großer Zuchterfolg. Das Fell dieser Katzen benötigt ebenfalls besonders intensive Pflege, da es schnell einen Rostton annehmen bzw. durch Aufenthalt in der Sonne ausgebleicht wirken kann.

 

Fell: durchgehend rot
Augen: kupferfarben
Temperament: freundlich

Das Haar dieser Katze sollte einheitlich rot durchgefärbt sein, die Nase und die Fußballen ziegelrot. Tiere, deren Fell keine Tabby-Markierungen aufweist, sind äußerst selten und bei Züchtern sehr begehrt.

     
Perser Weiss   Perser Creme

Fell: weiß
Augen: blau
Temperament: selbstbewusst, anhänglich, ruhig

Das Fell ist reinweiß, die Nase und Fußballen rosa. 1938 wurden weiße Perserkatzen durch ihre Augenfarben unterschieden und die Farben kupfer und blau als Rassestandard anerkannt. Die Variante mit verschiedenfarbigen Augen ("odd") wurde erst in den 1950er Jahren anerkannt. Die blauäugigen Perserkatzen neigen zu angeborener Taubheit. Die weiße Perserkatze war bereits in der viktorianischen Zeit geschätzt und eignet sich besonders gut als reine Hauskatze.

 

Fell: braungelber Cremeton, verschiedene Schattierungen
Augen: kupferfarben
Früher war diese Fellfarbe unter dem Namen Devonshire Cream bekannt. Zunächst wurde sie nur in den USA weiterentwickelt. In England setzte sie sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch.

     
Perser Blau   Perser Blaucreme

Fell: jede Schattierung in Blau
Augen: kupferfarben, orange
Temperament: liebenswürdig, ruhig

Die Katze besitzt eine blaue Nase und blaue Ballen. Die Züchtung dieser Rasse, die bereits von der englischen Königin Viktoria bevorzugt wurde (sie war Schirmherrin der 1901 gegründeten Blue Persian Society) ist perfektioniert. Die blaue Langhaar ist eine sehr beliebte Variante der Perserkatze und repräsentiert einen sehr reinen Zuchtstandard.

 

Fell: Schattierungen von Blau und Creme in Pastelltönen
Augen: kupferfarben, orange
Temperament: lebhaft, freundlich

Die Rasse entstand aus der Paarung von blauen und cremefarbenen Tieren. Der Nasenspiegel und die Ballen sollten blau sein.

     
Chinchilla - Perser   Perser Cameo

Fell: weiß mit schwarzem Tipping
Augen: grün
Temperament: lebhaft

Die Ballen dieser Tiere sind braun, während die Nase ziegelrot gefärbt ist. Die Chinchillas gelten im Allgemeinen als lebhaftere Vertreter der Perser, sind aber ebenso anhänglich und freundlich. Die Fellfarbe sollte schneeweiß mit schwarzem Tipping sein.

 

Fell: weiß mit cremefarbenen Haarspitzen
Augen: kupferfarben
Temperament: sehr ruhig, freundlich

Bei dieser Rasse existieren viele anerkannte Farbschläge. Das interessante Erscheinungsbild des Fells ist durch die Färbung der oberen Haare entstanden, während das Unterfell weiß ist.

     
Perser Smoke   Perser Bicolor

Fell: Unterwolle weiß, schwarzes Tipping
Augen: kupferfarben
Temperament: ruhig

 

Fell: alle Farben mit weiß
Augen: orange, kupferfarben
Temperament: ruhig, liebevoll

Erst in den 1960er Jahren wurden zweifarbige Langhaarkatzen als Rasse anerkannt. Sie können jede Farbe zusammen mit weiß aufweisen. Die Farbpartien sollten gegenüber dem weiß überwiegen.

     
Perser Tabby   Perser Schildpatt

Fell: alle Farben, mit der charakteristischen Tabby-Zeichnung
Augen: orange, kupferfarben
Temperament: eigenwillig, anhänglich

Die Farbvarianten Braun, Rot und Silber sind offiziell anerkannt, dennoch kann jede Fellfarbe die typische, getigerte Tabbymusterung aufweisen. Bei der Braun-Tabby-Katze sowie bei der Blau-Tabby sollten die Ballen und der Nasenspiegel rosa sein. Bei manchen Tabbys, wie beispielsweise der Silber-Tabby, sind auch Tiere mit haselnussbraunen Augen zu finden.

 

Fell: rote, cremefarbene und schwarze Flecken
Augen: kupferfarben, orange
Temperament: anhänglich, sanft und ruhig

Diese Farbgebung kommt ausschließlich bei weiblichen Tieren vor. Über die Frage, ob die Zucht von Schildpatt-Katzen schwierig sei, herrscht in England und den USA Uneinigkeit: Während in den USA die Zucht als relativ problemlos gilt, wird sie in England als kompliziert angesehen, da man die dort gewünschten Farbvarianten nur schwer erreicht.

     
Perser Schildpatt mit weiss   Perser Colourpoint

Fell: blaue, cremefarbene und weiße Flecken
Augen: orange, kupferfarben
Temperament: ruhig, gutartig, freundlich

Auch bei dieser Rasse handelt es sich ausschließlich um weibliche Tiere, was die Zucht kompliziert. Die Pfoten sollten rosa Ballen haben.
 

Fell: warmer Cremeton mit dunklen, sealbraunen Markierungen
Augen: blau
Temperament: sanft, dennoch lebhaft

Es sind zahlreiche Farbschläge möglich, die von sealbraunen Abzeichen über rot und blau reichen. Die Züchtung dieser relativ jungen Rasse gelang erst in den 1940er Jahren vollkommen.


Charakter & Verhalten:
 

Perser sind bekannt für ihr ruhiges, zurückhaltendes und liebenswertes Wesen. Sie liebt ein gemütliches Zuhause, Sicherheit und Gemütlichkeit sind ihr sehr wichtig. Sie fühlt nicht den Drang, ihr sicheres Heim zu verlassen. So ist sie die perfekte Wohnungskatze mit der nötigen Gelassenheit. Dies wird vor allem mit zunehmendem Alter immer deutlicher. So konnten wir unsere Perser in jungen Jahren während der Urlaubszeit noch zur Nachbarin in Pflege geben, mit zunehmendem Alter reagierte sie aber immer aggressiver auf diese Umstellung und wie froh war sie immer, wenn wir sie wieder in ihre gewohnte Umgebung brachten.

Perserkatzen habe eine sehr melodiöse angenehme Stimme, jedoch lassen sie lieber ihre großen ausdrucksstarken Augen sprechen. Durch ihren kurzen Körperbau und den kleinen Beinen ist die Perserkatze sicherlich kein Kletterkünstler. Sie liebt es eher wie eine Diva auf ihrem Lieblingsstuhl (bei uns ist es die Couch-Lehne) zu räkeln. Perserkatzen sind sehr verschmust, trotzdem buhlen sie nicht um Aufmerksamkeit, sie kommen einfach, wenn sie Lust dazu haben (sehr oft).

Ein großes Problem für de Katzenbesitzer ist sicherlich das lange Fell. Ohne tägliche Pflege verfilzt es ganz schnell (mehr dazu in der Rubrik Pflege).
 
Wissenswertes & Trivia:  
 

Berühmte Perserkatzen:

In diversen Bond-Filmen wurde der Bösewicht immer mit seiner Perserkatze porträtiert.

 
     



Dieser Artikel basiert textlich großteils auf den Artikeln Perserkatze, Colourpoint und Himalayan (cat) aus der freien Enzyklopädie "Wikipedia" und www.katzen-portal.de.